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Die Suche (Lee Teil 29)

„Guten Morgen“ sagte Lee. Ludwig drehte sich um und wünschte ihr auch einen „Guten Morgen“. „Ich weiß so wenig von dir, und trotzdem hast du mir geholfen. Ich danke dir.“ sagte Lee. Ludwig lächelte und widmete sich dem Frühstück wieder.

Es war ruhig, ein richtig schöner ruhiger Morgen. Lee ging zur Tür und schaute nach draußen. Kein einzigse Wölkchen am Himmel. Doch so richtig zur Ruhe kommt sie nicht. Die Unsicherheit fing sie wieder ein. Sie drehte dem Wald den Rücken zu, atmete tief ein und aus und ging wieder ins Häuschen. Kaum eingetretet hielt Lee diese Ungewissheit kaum mehr aus und fragte weiter, wie soll es nun weiter gehen? Ich weiß weder wohin mit mir noch woher ich komme.

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Die Suche (Ludwig Teil 29)

Ludwig wachte auf. Für ein paar Sekunden musste er sich erinnern wo und wer er war. Seltsame Träume hallten noch in seinem Kopf nach. Aber sie verhallten langsam und er konnte sich schon nicht mehr wirklich an sie erinnern. Er wusste nur noch das Lee darin auftauchte. Er musste lächeln, erschrak aber schnell und versteckte sein Lächeln.
Er sah sich um. Da lag sie und schlief noch. Erst jetzt bemerkte er die Decke die auf ihm lag. Hatte sie ihn zugedekt? Wieder musste er lächeln. Er schüttelte den Kopf. Dafür hatte er jetzt keine Zeit. Er gähnte und streckte sich. Dann sah er sich um ob noch etwas zu essen da war. Es gab sogar Tee. Schnell und geschickt machte er ein Frühstück.

Die Suche (Lee Teil 28)

Lee bemerkte das Ludwig immer stummer wurde und schließlich schlossen sich seine Auge. „Ohje“, dachte sich Lee, der Arme muss ganz schön müde sein. Sie stand ganz leise auf und holte eine Decke die sie ihm überlegte. Er sah so friedlich aus wenn er schlief, irgendwie vertraut. Als sie ihn so ansah merkte sie das sich ein komisches Gefühl in ihr ausbreitete. Dieses Gefühl auch wenn es so wohlig warm war rieß sie förmlich aus ihren Gedanken. Seltsames Gefühl. Nein, Gefühle wollen wir jetzt nicht. Sie schaute nochmal nach dem Feuer und legte ein paar Scheite rein. Danach löschte sie die Kerzen im Raum und legte sich gemütlich neben dem Kamin auf eine Decke.

Stunden später wurde sie durch Sonnenstrahlen die ihr ins Gesicht schienen geweckt. Durch die Wärme vom Kamin war Lee total entspannt. Es war eine gute Nacht. Sie wurde befreit, sah Ludwig wieder, hatte etwas im Magen und konnte sicher Schlafen. Diese Art von Zufriedenheit verspürrte sie zum ersten Mal seid langen. Ein Gefühl von hier mag ich bleiben, hier gehör ich hin. Sie streckte sich mit einem Lächeln im Gesicht und öffnete die Augen.

Die Suche (Ludwig Teil 28)

Auch Ludwig aß ein bischen. Auch wenn er nicht sehr hungrig war. Aber es war nett in Gesellschaft zu essen. Alleine war er genug gewesen. Außerdem mochte er Lee. Irgendetwas verband sie. Eine Art Geheimnis. Etwas was sie ergänzte.

Er nickte als sie ihm erklärte warum sie gestohlen hatte. Er fragte sich was sie wohl im Gefängnis erlebt hatte. Aber er mochte nicht fragen. Es ging nicht zimperlich zu, das wusste er.

Ludwig hoffte Lee würde mit ihm gehen, wusste aber nicht ob sie es tun würde. Er traute sich auch nicht sie zu fragen.

Er wurde immer müder.

Die Suche (Lee Teil 27)

Als er Lee’s verwunderten Blick bemerkte. Sie schüttelte den Kopf und sagte: „Keine Ahnung wer das war, und wie du das gemacht hast. Vielen Dank, diesmal hätte ich es nicht alleine geschafft!“ Ihr stiegen Tränen in die Augen, aber sie atmete tief durch und die Tränen weg. „Wo sind wir hier eigentlich?“ Während Ludwig ihr antwortete, merkte er das ihr Blick abwesend war. Er verfolgte ihren Blick und sah das sie auf dass Essen starrte.  Ludwig stoppte sein reden, musste grinsen und nickte.

Im nächsten Augenblick bemerkte Lee das Ludwig sie beobachtete und musste auch grinsen. „Wäre es sehr schlimm wenn ich etwas essen würde? So jetzt gleich?“ fragte sie ihn. Ludwig macht eine einladende Handbewegung richtung Tisch. Lee knickste höflich und machte große Schritte auf den Tisch  zu. Ludwig sah ihr zu wie begeistert sie ihr Essen verschlang.  Schnell aber immer mit Genuss. „Ich muss dir etwas erklären Ludwig, ich bin kein Mörder oder Dieb. Ich, ich hatte so einen Hunger und musste mir einfach etwas zusammen stehlen. Es ging einfach  nicht anders. Ich war ohne Freunde, ohne Erinnerung .. irgendwie musste ich mich ja durchschlagen. Ich hätte alles wieder zurück gebracht oder bezahlt wenn ich Geld gehabt hätte.“ Lee sah Ludwig an. Irgendwie war sie froh ihn wieder zu sehen, endlich ein Gesicht das sie kannte. Endlich jemand der eine Geschichte mit ihr teilte.

Die Suche (Ludwig Teil 27)

„Sagen wir so: Es scheint das Raben ein gutes Gedächtnis haben.“ Lee schaute ihn fragend an, aber es war keine Zeit für Erklärungen. „Kannst du gehen?“ Lee nickte. Ludwig musste sie stützen aber es ging. Lee hatte wirklich jede Menge Energie. Wenn man nur wüsste was dieses leuchten war.
Ludwig schloss mit dem zweiten Schlüssel eine Tür auf die vorher nicht dagewesen war. Sie humpelten durch einen Tunnel der dem vorigen sehr ähnlich sah. Er war etwas kürzer und sie kamen mitten in einem Wald heraus. Ludwig schaute sich um. Hoffentlich war die Tür wieder verschwunden. Er lauschte aber es war nichts zu hören.
„Cornelius sagt ich soll euch zur Hütte bringen.“ Ludwig erschrak. Da stand das Mädchen mit der Fledermaus. „Cornelius?“, fragte Ludwig erschrocken. „Der Rabe.“, antwortete das Mädchen. Ludwig nickte. Das hätte er sich denken können.
Das Mädchen führte sie zu einer Hütte. Dort standen Brot und eine Suppe. Wasser gab es auch. Ein Feuer brannte. „Danke…wie heißt du eigentlich?“, fragte er das Mädchen. „Ich heiße Sara.“, sagte sie trocken aber nicht unfreundlich. „Dann danke Sara. Und auch dir danke, Jan.“ Sara lächelte. Er hatte sich an den Namen der Fledermaus erinnert. „Braucht ihr noch etwas?“ Ludwig schüttelte den Kopf. Sara verschwand im Wald. Kurz hatte er ein schlechtes Gewissen, aber Sara wusste wohl was sie tat.
Er drehte sich um und wollte Lee untersuchen.

Die Suche (Lee Teil 26)

„Ludwig?“ fragte Lee vorsichtig in den dunklen Raum. Und tatsächlich als der Schatten näher kam erkannte Lee ihn. Sie sprang auf und rannte Ludwig um. Beide fielen zu Boden, Ludwig hatte nicht mit so viel Begrüßung gerechnet. Nach einem Moment setzten sich beiden auf und schauten sich an. Ludwig nahm Lee’s Gesicht in die Hand und schaute sich alle ihre Schrammen an. Ihre Augen sahen traurig aus und er konnte sogar eine Träne an ihrer Wange rinnen sehen. Einen Moment später, musste Lee leise Lachen.

Ludwig zog eine Augenbraue hoch und schaute sie fragend an. Lee schaute verlegen zur Seite. „Wie, wo? Wie bist du hier rein gekommen ?“ flüsterte sie Ludwig zu.

Die Suche (Ludwig Teil 26)

Ludwig wusste nicht wie lange er schon in diesem Tunnel war. Nur gut, das diese leuchtenden Saphire den Tunnel erleuchteten. Er hatte soetwas noch nie gesehen. Gerne hätte er sie sich näher angesehen, aber dazu hatte er keine Zeit. Er musste weiter.

Ludwig war, nachdem er der Truppe eine Ausgabe vom Sommernachtstraum geschenkt hatte, aus der Schenke getreten. Die Chefin hatte ihm noch den Tip gegeben Ausschau nach Raben zu halten. „Ich glaube, sie werden dir helfen.“, hatte sie gesagt. Er war sich nicht so sicher. Aber er wartete unter der Linde.

Nach einigen Minuten fühlte Ludwig sich beobachtet. Er drehte sich erschrocken um. Auf einem Ast saß ein Rabe und sah ihn an. Ludwig verbeugte sich kurz. Der Rabe krächzte. „Du weißt was ich brauche?“ Der Rabe nickte. „Kannst du mir helfen? Ich mach mir etwas Sorgen.“ Der Rabe flog auf und kam nach einigen Sekunden mit zwei Schlüsseln wieder. Ludwig sah ihn fragend an. Aber der Rabe flog wieder auf. Nach ein paar Metern setzte er sich auf ein Schild. Sah hinter sich. Ludwig verstand und folgte ihm.

Die Wanderung endete mitten im Wald. Unvermittelt stand dort eine Tür. Ludwig starrte sie an. Dann den Raben. „OK“, sagte er und öffnete die Tür. Seitdem ging er durch diesen Tunnel. Raben kamen halt überall hin. Angeblich sogar ins Totenreich. „Nimmermehr“, flüsterte Ludwig.

Endlich wieder eine Tür. Sie war offen. Ludwig trat hindurch und kam in eine dunkle und feuchte Zelle. In einer ecke sah er einen Körper. Die Hände schienen zu leuchten. Er lief leise hin.

„Lee? Ich bins Ludwig.“

Die Suche (Lee Teil 25)

Die Gefängnistür wurde mit einem Knarren geöffnet, Lee wurde davon geweckt. Wie gut das sie aus diesen schrecklichen Erinnerungen gerissen wurde. Sie sah sich um 2 Gefängniswärter traten ein und brachten Wasser und ein Stück Brot. Naja was heißt sie brachten es? Sie traten ein und vergossen vor Lee’s Augen das Wasser auf den Steinboden des Gefängnisses. Das Stück Brot aß der Dicke von den beiden. Sie lachten. Und schon viel die Tür wieder ins Schloss. Knack, Knack! Die Tür wurde verschlossen. Voller wehmut dachte Lee an das hervorragende Essen das Ludwig ihr gekocht hatte. Was für ein Mist! Sie stand auf und ging etwas in ihrem Loch herum dabei konnte sie sich nicht verkneifen zu fluchen: „Verdammter Mist, so ein Dreck!“ Sie wurde wütend. Wütend auf die Welt. Auf sich selbst und vorallem auf diese 2 Mistkerle. Diese miesen Wärter. „Einer dümmer als der andere!“ schrie sie. Kaum hatte sie dies geschrien ging die Klappe an der Gefängnistür auf und der große schaute durch. Wutentbrand schrie Lee „Was willst du?! Hast du nichts besseres zu tun? Wie wärs mal wenn du dich waschen würdest? Du stinkst erbärmlicher als ein Schwein!“ Der Wärter lachte und die Klappe ging zu. Puh dachte sich Lee. Aber einen momentan später musste sie schon die Luft anhalten. Denn sie hörte ein altbekanntes Geräusch. Knack, Knack! Die Tür ging auf. Nun waren sie wieder zu zweit. Der Dicke und der Stinkende. Na ganz prima dachte sich Lee. Mit einem könnte ich es noch aufnehmen, aber hungrig mit beiden. Keine Chance.

„Nun, du dummes Miststück. Was hast du gerade gesagt?“ fragte mich der Stinkende. In ihrer aufflammenden Wut konnte Lee natürlich nun keinen Schritt mehr zurück gehen. Abschätzig schaute sie die beiden Versager an. Und wiederholte laut : „DU STINKST ERBÄRMLICHER ALS EIN SCHWEIN!“ kaum hatte ich es gesagt. Traten sie näher der Dicke hielt mich, der Stinkende schlug mich, ich roch wie mir das Blut aus der Nase lief. Der nächste Schlag ging in den Magen. Höllische Schmerzen machten sich breit. Der Dicke lies mich los…ich torgelte. Der andere kam näher, griff mich mit seiner riesen Hand an den Haaren und zog sie an mich ran. Er schaute mir in die Augen und flüsterte in mein Ohr: „Ich mag es wenn sich kleine Mädchen wehren. Mach nur weiter so, heute Nacht besorg ich es dir! Eigentlich schade das du in ein paar Tagen gehängt wirst, wir hätten viel Spaß zusammen!“ Ich wusste nicht was mich mehr ekelte, und die Wut kochte in mir. Sie funkelte ihn mit ihren Augen an und spuckte ihm ins Gesicht. Die beiden mussten lachen. Aber es hielt ihn nicht ab mich gegen die Steinwand zu drücken und mir die Zunge in den Hals zu stecken! Danach schmieß er mich in ein Eck und der Dicke trat nochmal auf mich ein. Knack, knack!

Ich lag da im Eck und merkte wie ich vor Wut kochte! Meine Hände pulsierten richtig und fühlten sich heiß an! Wieso taten sie das? Was ist da bloß los?

 

Die Suche (Ludwig Teil 25)

Ludwig aß und trank. Er wusste, das er das Gespräch nicht übereilen durfte. Spielleute waren misstrauisch.
Und das leider zu recht. Waren sie doch oft die Ausgestossenen. Ihre Lieder hörte man allerdings gerne. Und auch Rat holte man sich oft. Sie beherrschten das Tarotspiel. Sie konnten zwar nicht wirklich in die Zukunft blicken, waren aber oft mit einer guten Menschenkenntnis gesegnet. Das zahlte sich oft aus und sie hatten meist recht.

Nach einer Weile fragte Ludwig die Spielleute (Es waren drei Männer und eine Frau.) ob er ihnen einen Wein ausgeben dürfte. „Sehr freundlich von dem gelehrten Herren!“, antwortete die Frau lächelnd. Sie mochte ungefähr 20 sein. Mit schwarzen Haaren und blauen Augen. Sie war klein,stämmig und strahlte eine natürliche Kraft aus. Die Männer nickten. Anscheinend war sie eine Art Anführerin. (Auch wenn, wie Ludwig wusste,die Spielleute solche Machtspielchen verlachten.) Ludwig bestellte also noch eine Karaffe Wein.

Sie kamen ins Gespräch. Nach einer Weile beschrieb Ludwig den Spielleuten sein Problem. Er verschwieg auch nicht, dass er nicht genau wisse ob er
Lee überhaupt helfen sollte. Die Frau, sie hieß übrigens Lana, hörte sich alles schweigend und ernst an. Dann zog sie ein altes Tarospiel aus ihrer
Tasche. Sie mischte lange und konzentriert. Dann hielt sie Ludwig die Karten hin.

„Zieh eine Karte für sie.“, sagte sie freundlich. Ludwig gehorchte. „Nun eine für dich.“ Ludwig tat auch dies. „Und nun eine für euer weiteres Fortkommen.“ Sie legten die drei Karten vor sich auf den Tisch. Lees Karte war der Ritter der Stäbe. Er war in einen feuerroten Umhang gehüllt.Flammen überall. Das Pferd bäumte sich mächtig auf. Alles war Feuer und Energie. Ludwig staunte und sah sich Karte genau an. Dann nickte er und drehte die nächste Karte um. Erklärungen gab es erst am Ende. Das wusste er.

Prinz der Schwerter. Ein grüner Mann mit einem goldenen Schwert fuhr in einem Streitwagen, der von Feen gezogen wurde. Das sollte er sein?
Ludwig war skeptisch. Lana sah ihn an. Sprach aber nichts. Die nächste Karte!

Vier der Stäbe. Vollendung. Hmm, war das gut oder nicht?

Lange schwieg Lana. Dann sah sie Ludwig an und fing an zu erklären.

„Deine Begleiterin scheint eine feurige Person zu sein. Ritter der Stäbe. Feuer des Feuers.“ Ludwig dachte an ihre Geschichte. „Sie scheint vorwärts
zu stürmen. Das könntest du brauchen für deine Suche.“ „Woher weiß sie von meiner Suche?“, dachte er erstaunt. „Du bist der Prinz der Schwerter.
Luft der Luft. Kreativ. Gebildet. Offen für alles. Aber du brauchst das Feuer damit es dich antreibt. Das Feuer braucht dich damit es weiter brennen
kann. Nur so gelangt ihr zur Vollendung.“ Lana zeigte auf die dritte Karte. „Sie bedeutet einen Neuanfang für euch beide. Neubeginn hin zur Vollendung.“ Lana schwieg. Ludwig nickte ernst.

Er musste nachdenken.